Eifel-Literatur-Festival verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung der Website zu gewährleisten.
Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Weitere Hinweise zur Nutzung von Cookies un deren Deaktivierung finden Sie auch in unserer Datenschutzerklärung. Habe verstanden
  Info-Telefon: 06551 / 2489     Facebook

Corona und kein Ende: Leipziger Buchmesse fällt zum dritten Mal aus

09.02.2022

Leipziger BuchmesseDie Vorzeichen standen nicht schlecht: Das Land Sachsen und die Stadt Leipzig wollten die Leipziger Buchmesse vom 17. bis zum 20. März 2022 unbedingt stattfinden lassen.

Anders noch als 2021 und 2020. Aber große Verlage und Verlagsgruppen wie Random House, Holtzbrinck und Bonnier-Gruppe sagten in den letzten Tagen ab. Folge: Heute, am 9. Februar, wurde auch die Leipziger Buchmesse 2022 abgesagt. Mit fatalen Folgen für alle anderen teilnahmebereiten Verlagen und für die öffentliche Präsenz des Buches im Frühjahr 2022 überhaupt.

Prompt fehlte es nicht an Vorwürfen an die großen Verlagen, der Leipziger Buchmesse überhaupt den Garaus machen zu wollen. Obwohl oder gerade weil es den großen Verlagen bestens gehe, auch ohne Buchmesse. Kosten sparen und Personal schonen wurde als Gründe vorgegeben. Die Verlierer der Absage: unabhängige Verlage wie Hanser, Suhrkamp und Aufbau. Und natürlich die Stadt Leipzig mit dem größten Lesefest Europas: „Leipzig liest“.

Die Süddeutsche schließt heute ihren kritischen Artikel zur Absage der Buchmesse mit den Sätzen: „Die Kultur fährt an allen Ecken hoch, Theater, Konzerte, Kino, viele Regeln fallen gerade. Die Stadt Leipzig hatte die Buchmesse schon genehmigt, viele kleinere Verlage hätten Wege gefunden, den widrigen Umständen zu trotzen, die großen aber sahen sich außerstande? In Köln findet übrigens, stets parallel zur Leipziger Buchmesse, die Lit.Cologne statt. Eine Absage wird am Rhein nicht erwogen.“

Weitere Pressestimmen:

"Schafft sich eine Branche gerade selbst ab?" Kritik an großen Verlagsgruppen

"Eine katastrophale Nachricht für den Literaturbetrieb: Die Leipziger Buchmesse findet in diesem Jahr nicht statt. Das ist einer dieser Sätze, der in den vergangenen Coronajahren schon zwei Mal geäußert wurde; fast hat man sich an ihn gewöhnt, wie an die dazugehörenden Bilder leerer Messehallen und schlaffer Flaggen vor tristem Leipziger Himmel. In diesem Jahr aber klingt der Satz anders: Denn die Buchmesse wurde nicht einfach wegen Corona und einer möglichen Gefahr für die Messeteilnehmer abgesagt, sondern weil große Verlagsgruppen ihre Teilnahme zurückgezogen haben. Schafft sich eine Branche gerade selbst ab?" (Mara Delius, Welt, 09.02.22)

"Die Leipziger Buchmesse gehört zum inneren kulturellen Kern Deutschlands"

"Nach der dritten Absage der Leipziger Buchmesse fordert der Deutsche Kulturrat für das nächste Jahr eine Perspektive. Die Leipziger Buchmesse gehöre zum inneren kulturellen Kern Deutschlands und sei unverzichtbar, teilte der Verband am Donnerstag mit." (Süddeutsche Zeitung, 10.02.22).

"Schwerer Schlag für die Buchbranche"

"Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bezeichnete die erneute Absage als einen schweren Schlag für die Branche. "Die Messe wäre für das Buch und alle, die dafür und davon leben, sehr wichtig gewesen", sagte Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs. Sie dankte allen Verlagen, die trotz Pandemie gekommen wären. Zugleich zeigte sie Verständnis für alle, die sich dagegen entschieden hatten. Eine "Messemüdigkeit" wollte sie nicht erkennen. Sie hätten aus Verantwortungsgefühl gehandelt." (Die Zeit, 09.02.22)