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Rückblick: Heiner Geißler in der Eifel, in Wittlich - Im Kampf für den mündigen Bürger

28.04.2012

WITTLICH. Heiner Geißler erleben, den legendären Redner und Stuttgart-21-Schlichter: das wollten mehr als 500 Festivalbesucher im Atrium des Cusanus-Gymnasiums. Geißler sprach dort im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals.

Heiner geißler in Wittlcih„Kapital hat dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt!“ Für Sätze wie diese erhielt Heiner Geißler an diesem Abend starken Beifall. In einem Parforceritt durch die Problemfelder der Gegenwart geißelte er alles, was Bürgerinnen und Bürger entmündigt und diskriminiert, was Transparenz und Öffentlichkeit scheut und was er als inhuman ansieht. Zunächst kritisierte er das Diktat der Ökonomie.

Dass Ratingagenturen europäische Länder wie Spanien einfach abstufen, dass es immer noch keine Transaktionssteuer gebe auf billionenschwere Börsengeschäfte: das zeigt für Geißler den Ungeist des Kapitalismus. „Es gibt Geld wie Dreck - das haben nur die falschen Leute!“ bilanzierte unter dem Beifall des Publikums. Selbstbestimmtes Leben in einer aufgeklärten Gesellschaft: auch autoritäre Politik mit Basta-Mentalität oder diskriminierende Tendenzen der Amtskirche wie des fundamentalistischen Islamismus gerieten hier ins Fadenkreuz der Geißlerschen Kritik.

„So können wir nicht weitermachen in Politik, Wirtschaft und Religion“ wetterte er immer wieder unter starkem Beifall des Publikums. Das ließ sich auch von der fortgeschrittenen Zeit nicht abhalten, noch viele Fragen zu stellen: zu den vereinigten Staaten von Europa, zur Kernenergie oder zu Stuttgart 21. In der abschließenden Signierrunde ging das angeregte Gespräch noch munter weiter. Heiner Geißler hatte kritisiert, mobilisiert und Denkanstöße vermittelt weit über diesen Abend hinaus.

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